Was einige vielleicht noch gar nicht wussten: Seit wir Drip Roasters 2018 gegründet haben, fliesst ein Teil unseres Umsatzes in einen Fonds für Kaffeeanbauländer und ihre Communities. Bisher haben wir so bereits über CHF 30'000.– zusammengetragen. Wir verstehen diese Beiträge jeweils weniger als Spende, sondern eher als Beitrag zu bestehenden Projekten – ein kleiner Versuch, die strukturellen Ungleichgewichte abzufedern, die Kaffeepreise für Produzierende seit Jahrzehnten (zu) tief halten.
So funktioniert es
Für jedes Kilogramm Grünkaffee, das wir einkaufen, legen wir 25 Rappen in den Fonds. Unsere Kund*innen können beim Checkout in unserem Onlineshop ausserdem einen freiwilligen Beitrag hinzufügen. Aktuell ergibt das rund CHF 4'000 pro Jahr.
Projekte, die wir unterstützt haben
Gente del Futuro ist ein Sozialunternehmen, das von Vava Angwenyi in Kenia gegründet wurde und daran arbeitet, jüngere Generationen in der Kaffeelandwirtschaft zu halten – durch Ausbildung, bessere Preise und praktische Unterstützung. Vava ist ausserdem eine wichtige Sourcing-Partnerin von uns in Kenia. Wir haben mehrfach finanziell zu Projekten beigetragen und auch Equipment wie Kaffeemaschinen gesponsert.
Bean Voyage ist eine Non-Profit-Organisation, die Produzentinnen und nicht-binäre Produzierende unterstützt – hauptsächlich in Costa Rica und Mexiko. Bean Voyage ist auch eine unserer langjährigen Sourcing-Partnerinnen. Wir haben mehrere finanzielle Beiträge geleistet und unseren Fonds ausserdem genutzt, um zwei Produzierende, deren Kaffee wir kaufen – Maricela Esperón und Arleen Jimenez – zum Women-Powered Coffee Summit zu schicken, der jährlich von Bean Voyage organisiert wird.
Chain Collaborative / Primavera – ein von Frauen geführtes Programm, das Menschen entlang der Kaffee-Lieferkette unterstützt. Primavera ist ein in Guatemala tätiger Grünkaffee-Importeur mit einem starken Fokus auf Produzierendenbeziehungen und Nachhaltigkeit – und unser Sourcing-Partner für Guatemala.
Specialty Coffee Transaction Guide – Der SCTG ist eine öffentlich zugängliche Ressource, die echte Transaktionsdaten entlang der Lieferkette dokumentiert und so Preise für alle Beteiligten nachvollziehbarer macht. Wir haben mehrfach finanziell zu seiner Entwicklung beigetragen – und reichen jährlich unsere eigenen Einkaufsdaten ein.
Den Fonds haben wir ausserdem genutzt, um Produzierende mit Preisprämien direkt zu unterstützen sowie Covid-Hilfsprojekte in Anbauländern zu fördern.
Wie es weitergeht
Ursprünglich war unsere Idee, uns einmal pro Jahr auf ein grösseres Projekt zu konzentrieren – mit etwa der Hälfte des Fonds dafür und dem Rest als Preisprämien. In der Praxis sind wir flexibler geworden und reagieren auf Bedarf, wenn er entsteht.
Wir sind ein kleines For-Profit-Unternehmen ohne formellen Rahmen dafür, wie wir solche Mittel am wirkungsvollsten einsetzen – wir lernen immer noch dazu. In Zukunft wollen wir aber transparenter machen, wohin das Geld fliesst, und jährlich ein kurzes Update mit Zahlen und Entscheidungen veröffentlichen. Dieser Post ist der Anfang davon.